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Kinder- und Jugendnotdienst

10 Tipps wider den Geschwisterzoff

(Kinder- und Jugendpsaychiater Joest Martinius im Focus)

 

  1. Harmonie ist nicht zu erzwingen: Integration statt Harmonie, jedes Kid nimmt seinen eigenen Platz in der Familie ein.
  2. Ein gesundes Maß an Rivalität: je jünger Kinder sind und je geringer der Altersabstand, desto heftiger die Konkurrenz um die Zuwendung der Eltern. Diese Form der Rivalität wirkt sich später selten auf das Sozialverhalten aus.
  3. Eltern sind schlechte Richter: Eltern sollten Kinder Konflikte selbst regeln lassen, erst wenn der Streit gefährlich wird oder wichtige Regeln verletzt werden ist ein Eingreifen angezeigt.
  4. Klare Regeln: Regeln schaffen eine sichere Arena in der sich Identität, Gemeinsamkeit und Streitkultur entwickeln können, sie müssen aber von allen eingehalten werden.
  5. Absolute Gerechtigkeit: unerfüllbar..., nicht alle bekommen das Gleiche, jeder bekommt, was er braucht. Fühlt sich ein Kind dennoch ungerecht behandelt, nicht einlenken, besser mit etwas Abstand die Gründe erklären.
  6. Der ideale Altersabstand: als ideal gelten etwa drei Jahre, unter zwei Jahren steigt die vorübergehende Aggressivität der älteren gegen die jüngeren Geschwister.
  7. Perfektionisten und Nesthäkchen: je nach Geburtsfolge haben Geschwister besondere  Bedürfnisse,  Eltern sollten diese nicht ignorieren. Dem "altklugen" Erstgeborenen besondere Verantwortung zubilligen, dem "nervigen" Sandwich-Kind eine Extraportion Aufmerksamkeit.
  8. Die Familie als System: Geschwisterzahl, Erziehungsstil, Ehekrisen- das Klima unterliegt vielen Einflüssen. Diese können ein bisher stabiles Geschwistergefüge zum kippen bringen, nicht immer liegt die Schuld beim (ältesten) Kind.
  9. Patchwork-Familien: bringen Partner eigene Kinder in eine Gemeinschaft ein beginnt ein jahrelanger Anpassungsprozeß. Danach bauen Stiefgeschwister meist eine gute Beziehung auf- sofern die (Stief)Eltern nicht einzelne Kinder bevorzugen.
  10. Freunde sind wichtig: den Aufbau von Kontakten mit Gleichaltrigen außerhalb der Familie, der Peer-Group werden als wichtige Entwicklungsschritte der Menschen angesehen. Hilfreich sind z.B. Übernachtungen bei Schulfreunden.