Sprachförderung im 2.Lebensjahr
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Kinder- und Jugendnotdienst

Als Sie Ihr Kind zur U6 in der kinder- und jugendärztlichen Praxis vorgestellt haben, sind Ihnen einige Fragen zur Sprachentwicklung Ihres Kindes gestellt worden. Die Entwicklung der Sprache verläuft individuell äußerst unterschiedlich, es gibt Kinder, die noch keine Worte bei der U6 sprechen, einige Kinder sprechen schon eine größere Menge verständlicher Worte. Sollte wegen der Entwicklung der Sprache Grund zur Sorge bestehen, werden Sie gezielt von Ihrem Kinder- und Jugendarzt beraten.  Zum Zeitpunkt der U6 lassen sich jedoch oft noch keine Aussagen darüber treffen, ob Ihr Kind zum Kreis besonders sprachentwicklungsauffälliger Kinder gehört. Helfen Sie uns bitte bei der Entdeckung der Kinder, die aufgrund eines eingeschränkten Hörvermögens verzögert Sprache entwickeln, TAUB macht STUMM. Wir bieten in der Praxis einige Hilfestellungen zur Entdeckung von Hörstörungen, besonders wichtig ist Ihre Beobachtung, hierzu erhalten alle Eltern ein Heftchen, das mit Hilfe von ein paar einfachen Fragen einen guten Überblick über das Hörvermögen bietet. Auch können Sie die IGEL-Leistung der OAE- Untersuchung  wahrnehmen. Sollte der Verdacht auf eine Hörstörung bestehen, sind selbstverständlich alle Leistungen im Rahmen der gesetzlichen Versicherung ohne zusätzliche Kosten zu erbringen.

Hilfestellung zur Sprachentwicklung

Jedes Kind hat die Fähigkeit, seine Muttersprache zu erlernen, Sie müssen es dabei jedoch tatkräftig unterstützen. Sprache zu erlernen ist eine schwierige Aufgabe, Sie dienen als Vorbild beim Erlernen von grammatikalischen  Regeln. Die Art und Weise wie Sie mit Ihrem Kind sprechen ist entscheidend. Betonung, Sprachmelodie und Pausen sind wichtige Hilfen. Versuchen Sie sich ganz auf Ihr Kind einzulassen, sprechen Sie so häufig wie möglich, versuchen Sie die Aufmerksamkeit Ihres Kindes zu gewinnen. Kinder lieben einen abwechslungsreichen und sogar einen übertriebenen Tonfall. Suchen Sie Körper- und Blickkontakt mit Ihrem Kind. Ihr Kind erwidert Ihr Gespräch, wenn es dieses als angenehm empfindet, seien Sie deshalb immer besonders liebe- und humorvoll im Umgang mit Ihrem Kind.

Sprachspiel und Gesang

Versuchen Sie, so oft es möglich ist, Ereignisse und Erlebnisse mit Sprachspielen zu vermitteln, Reime, Verse und Lieder eignen sich hervorragend, Kindern Spaß an der Sprache zu vermitteln. Kinder lieben Kitzelspiele, nichts kann schöner sein, als albernd mit Mama und Papa vergnügt zu quietschen. 

Es ist unwichtig worüber Sie reden, wichtig ist, dass Sie reden und spielen. Bei alltäglichen Dingen können Sie versuchen, diese zu kommentieren und in Spiele einzubinden.

Nehmen Sie sich Zeit

Lesen Sie Ihrem Kind schon sehr früh einfache Geschichten vor, betrachten Sie gemeinsam Bilderbücher, beschränken Sie sich nicht auf das einfache  Zeigen und benennen von Dingen, sondern verpacken Sie es in Geschichten. Es ist nicht nur "Ente, Bagger, Auto", hierzu fällt Ihnen sicher noch mehr ein, wenn Sie in einem Bilderbuch eine Ente, Auto, Bagger oder Ähnliches sehen.

Singen Sie sooft Sie können mit Ihrem Kind, für Ihr Kind hat der künstlerische Wert Ihrer Darbietung keinen Nutzen, singen Sie, so laut und falsch Sie wollen, Ihr Kind wird es Ihnen danken.

Musik vom Band

Natürlich können Sie auch Musikkassetten mit Ihrem Kind hören, es gibt eine Vielzahl schöner Kinderlieder, man kann sie nicht alle kennen. Achten Sie jedoch bitte darauf, dass nicht allzu lange oder laut gehört wird, beschränken Sie auf 30 Minuten täglich und seien Sie anwesend, wenn Ihr Kind Musik vom Band hört, hier sollten Sie ruhig mitsingen.

Fernsehen ist für Kinder im 2.Lebensjahr ungeeignet.