|
|
|
|
WANZ, wirtschaftlich, ausreichend, notwendig und zweckmäßig Wenn es nach Ihrer (gesetzlichen) Krankenkasse geht, erhalten Sie Versorgung nach der WANZ-Regel. Eines sei hier einmal klargestellt: in kinder- und jugendärztlicher Versorgung hat eine solche Missachtung von Patientenrechten und Patientenwünschen keinen Platz. Dennoch stellt sich für mich die Frage, wie ich weiterhin eine qualitativ hochwertige Medizin für Sie machen kann. Der neue "EBM" ist in seinen Auswirkungen noch nicht klar erkennbar, zuletzt erhielt ich je nach Quartal für die ärztliche Versorgung im Krankheitsfall pro Quartal im Schnitt 22-25 Euro, man nennt dies "kurativen Scheinschnitt". Ich gehe nicht davon aus, dass sich daran etwas ändert. Bei der letzten Praxisumfrage, bewusst zu einem Zeitpunkt durchgeführt, bei dem Vertretung und Grippewelle die Gesprächszeiten eingeschränkt haben, hat sich gezeigt, dass Medizin im Schnellgang bei Ihnen nicht gut ankommt, Sie sind anderes gewohnt von mir und haben auch sicher etwas anderes verdient. Aber die Vergütung ist nur so erträglich. Welche Konsequenzen sind nun zu ziehen? Führe ich "Privat- und Selbstzahlersprechstunden" ein, bei denen über das übliche Maß hinaus gehende Beratungen durchgeführt werden? Dies würde dem vielfach geäußerten Wunsch nach Behandlungsalternativen nachkommen. Verkürze ich meine tägliche Arbeitszeit, indem ich auf aufwändige Testdiagnostik verzichte, die kein zusätzliches Honorar bietet? Verzichte ich auf "high tech" Medizin, die kein zusätzliches Honorar bietet? So kann es nicht gehen, hier ist die Initiative der Patienten gefragt, bewegen Sie sich, damit Ihre Ärzte auch weiterhin nicht nur WANZ- Medizin für Sie machen, Ihre Kassenbeiträge sind mehr wert. Die bisherige, hochwertige und individuelle Versorgung war nur durch einen entsprechenden Anteil an Privatleistungen für alle Patienten möglich, in Frankfurt bleiben Kassenarztsitze unbesetzt, auch im Hochtaunuskreis sieht das nicht wesentlich verändert aus, es werden zunehmend "kleine" Praxen entstehen, in denen ausschließlich Selbstzahler und Privatpatienten behandelt werden. Diese erschweren meine wirtschaftliche Situation und ich muss entsprechend gegensteuern. Als ersten Schritt haben wir in der Teamsitzung beschlossen, eine Privat- und Selbstzahlersprechstunde anzubieten. Zunächst beschränke ich diese Sprechstunde auf den Freitagnachmittag, bin aber bei entsprechender Resonanz bereit, auch an weiteren Tagen zu Gunsten einer Privatsprechstunde die Sprechzeiten zu verändern. |